Lucy - Besuch aus fernen Welten (Band 1) (German Edition) by Kruse Fred

Lucy - Besuch aus fernen Welten (Band 1) (German Edition) by Kruse Fred

Author:Kruse, Fred [Kruse, Fred]
Language: deu
Format: epub
Published: 2011-06-13T22:00:00+00:00


»Nein, ich werde meinen Namen nicht nennen und wenn Sie nicht sofort Rettungswagen und Polizei zu der Stelle schicken, die ich Ihnen genannt habe, sind Sie verantwortlich dafür, dass hier sechs Menschen sterben.«

Lucy war wirklich genervt. Sie hatte dieser Frau mit der penetrant verständnisvollen Stimme nun schon zweimal erzählt, dass die Decke und der Boden des alten Gebäudes eingestürzt waren. Sie hatte gemeldet, dass es Verletzte – wahrscheinlich sogar Schwerverletzte – gegeben hatte. Sie hatte erzählt, dass die Verletzten zu einer Diebesbande gehörten und sich zwischen den Trümmern jede Menge Diebesware befand. Das Einzige, was diese Frau von der Zentrale aber zu interessieren schien, war ihr Name und ihre Adresse. Wütend drückte Lucy den Ausknopf des Handys und warf es zurück an die Stelle, von der sie es genommen hatte. Hoffentlich nahmen sie ihren Anruf ernst und schickten mehrere Krankenwagen vorbei. Sonst würde es für die Bande schlecht aussehen. Verdient hatten diese Kerle es allemal. Aber man war schließlich kein Unmensch.

Sie sah sich nach den drei anderen um. Die suchten noch immer zwischen dem Schutt nach der Waffe. Kim sah auf:

»Schicken die Hilfe?«

»Keine Ahnung, die wollte immer nur meine Adresse haben.«

»Hoffentlich kommen sie rechtzeitig. Ich könnte es nicht ertragen, wenn jemand durch meine Schuld stirbt.«

»Hast du dir mal überlegt, was diese Widerlinge mit dir gemacht hätten?«, knurrte Lars. »Ich meine, bevor sie dich erschossen hätten. Außerdem, was heißt durch deine Schuld? Wer hat denn geschossen, du oder der Idiot?«

Glücklicherweise schrie Christoph in diesem Moment: »Ich hab sie!« Er schwenkte triumphierend die Waffe in der Luft. Lucy war froh, dass er sich von seinem Höhenkoller erholt hatte.

»Gut, dann lasst uns schnell sehen, dass wir den Eingang finden. Wenn die mich bei der Notrufzentrale ernst genommen haben, wird es hier gleich von Polizei nur so wimmeln.«

Christoph gab Kim die Waffe zurück und holte ein Gerät aus einer der unergründlichen Taschen hervor, die in ihre Anzüge eingearbeitet waren.

Mit diesem Gerät sollte sich die verborgene Tür anzeigen lassen, selbst wenn sie die virtuelle Konsole zum Eingang nicht sehen sollten. Er suchte systematisch die ganze Rückwand des Gebäudekellers ab.

»Ich verstehe das nicht. Nach den Koordinaten müsste der Eingang genau hier sein. Aber auch im Rest der Wand ist kein Eingang.«

»Gib mal her!« Lars nahm ihm das Gerät ab. »Ich such mal die Seitenwände ab.«

»Aber das gibt doch keinen Sinn«, protestierte Christoph.

»Egal, besser als hier rumzustehen«, Lars begann, die Seitenwände abzusuchen.

Lucy musste Christoph recht geben. Wenn der Eingang nicht an der Rückwand war, dann konnte er überall sein. Dass er sich in den Seitenwänden befand, war mehr als unwahrscheinlich. Dann würde auch die Richtung nicht stimmen. Lucy überlegte. Irgendetwas stimmte nicht. Irgendetwas war da gewesen. Lucy schloss die Augen. Sie konnte sich nicht konzentrieren. In der Ferne hörte sie noch leise, langsam aber immer lauter werdende Sirenen. Da fiel es ihr wieder ein:

»Christoph kannst du dich an die Landung erinnern.«

»Ja, die hast du ganz schön vergeigt.«

Lucy schüttelte genervt den Kopf.

»Nein, die hab nicht ich vermasselt, die Koordinaten stimmten nicht. Nach den Koordinaten hätten wir schon am Boden sein müssen, wir waren aber etwa zweieinhalb Meter zu hoch.



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